JedeR schreibt einen Satz beginnend mit „Es war einmal“, reicht diesen weiter, nun werden zwei, dann drei, dann vier, dann fünf, dann sechs Sätze dazu geschrieben. Der/die Letzte schreibt den Schluss. |
|
Das Hüttengespenst Kasimir Tod im Aquarium Es war einmal ein uralter EDV-Informatiker, der in einer zentrale der Mars-Station-XV2Q in Melbourne 87 Jahre seines Lebens zugebracht hatte, bevor er im Alter von 108 Jahren in Pension ging. Als erstes kaufte er sich in einem Fachgeschäft einen Home-PC. Denn er war noch so in seiner Arbeit verwurzelt, dass es ohne EDV nicht mehr ging. Er schleppte den PC nach Hause, stolperte und fiel hin, mitten auf der Treppe. Blut rann. Finger gebrochen. Vor lauter Schreck vergaß er darauf zu schreien. Mehr verwundert als entsetzt betrachtete er seinen linken Daumen, der in einem höchst unnatürlichen Winkel von der übrigen Hand abstand. Was sollte er zuerst tun? Sich um seine Verletzung kümmern oder nachsehen, ob dem PC etwas passiert war. Fast hätte er sich übergeben – kein Wunder, sein Daumen war kein schöner Anblick. Bald hatte er sich jedoch wieder in der Gewalt und zog etwas umständlich sein Taschentuch aus der Tasche seines Anzugs. Er breitete es aus und dachte dabei an seine Frau. Die gute Emilie hatte sich so viel Mühe gegeben und es heute erst gebügelt. Aber er konnte nicht anders, der Daumen schmerzte, war dunkelrot und blutete. Mit dem Taschentuch verband er den Daumen. Dann richtete er sich auf und schleppte sich mit Mühe, den PC in der „guten“ Hand, in die Wohnung. Seine Frau Emilie war beim Anblick ihres Mannes entsetzt, sie wurde ganz weiß im Gesicht und fiel zu Boden. Im letzten Moment konnte sie sich noch mit beiden Händen abstützen, doch sie fiel so unglücklich, dass auch sie sich den Daumen brach. Sie blutete, doch ihr Mann konnte ihr nicht helfen. Er hatte ja den Computer in der Hand und dieses war ihm im Moment wichtiger als seine Frau. Daher stieg er über sie drüber und ging in sein Arbeitszimmer. Doch – wie heißt es so schön? – kleine Sünden bestraft der Herr sofort. Kurz bevor er an seinem Schreibpult ankam, bewegte sich Flüsterroboter Nelly mit dem Virensauger lautlos zur Zimmertüre herein. Herr Egon stolperte so ungünstig über das Kabel, dass er kopfüber in das Aquarium der Lamind-Schatonetteln fiel, in dem nichts außer dem Wasser echt war. Dieses jedoch reichte aus, um ihm den Zugang zum Sauerstoff zu verwehren, was zur Folge hatte, dass ihm der PC aus der Hand fiel, bevor er – die Augen verdrehend – aus seinem jungen Leben schied und seiner Gattin, die ihm mit blutendem Finger nachgelaufen war, so unglücklich vor die Beine fiel, dass sie mit dem Kopf in den Flachbildbildschirm stieß, der zerbarst und zuließ, dass sie ihren letzten Atemzug auf die Festplatte des alten PCs ihres Gatten hauchte. Ja – manchmal sieht die Strafe Gottes hart aus, aber man könnte darüber sinnieren, ob in diesem Fall gleich zwei Seelen erlöst worden sind. Der Goldelefant Es war einmal an einem schönen, kalten Wintertag. Otto, der Leitelefant von Ochrams Herde hatte sich an diese bittere Kälte noch nicht gewöhnt. Nicht anders erging es Sidharta, Ochrams Tochter, die ebenfalls in die bittere Kälte Alaskas mitziehen musste. Schuld an der ganzen Misere war ja Ochrams Großvater, denn der behauptete, dass Otto Gold riechen könnte. Jetzt mussten sie erst einmal einige Bären jagen, aus denen Sidharta mit ihrer Mutter warme Kleidung nähen musste. Besonders beim Elefanten erwies sich dieses Unterfangen als besonders umfangreich. Denn für Otto, den Leitelefanten, Bärenkleidung zu nähen, puh, ich muss schon sagen, dass ist wirklich ein Unterfangen. So viele Bären gab´s gar nicht zu jagen. So mussten Sidharta und ihre Mutter kräftig an Otto hin- und herziehen, doch das Bärenkleid wollte und wollte nicht größer werden. Da brüllte Otto laut auf mit hoch erhobenem Rüssel. Da hatte Sidharta eine Idee. Sie war bekannt für ihre guten Ideen - in ihrem Täschchen trug sie einen Zaubertrank mit sich. Mit dem entsprechenden Zauberspruch könnte er seine Wirkung gar nicht verfehlen. Schnell träufelte sie Otto ein paar Tropfen der Tinktur auf den Rüssel und sprach: "Zigg - zagg - tell - dir wachse ein dickes Fell"! Tatsächlich! Plötzlich wuchs und wucherte das Fell, als hätte man es gegossen, wie eine Pflanze. Otto fühlte sich sichtlich wohl und brachte das auch lautstark zum Ausdruck. Einfach phantastisch! Ob ihm das neue Kleid wohl gut stand? Davon musste er sich jetzt gleich überzeugen. So schnell ihn seine kurzen, dicken Beine trugen, rannte er zum See, um sein Spiegelbild zu sehen, aber mit diesem Anblick hatte er nicht gerechnet. Er sah einen goldglitzernden Elefanten, so schön, wie er noch nie einen Elefanten gesehen hatte. Doch, woher kam dieser goldene Anblick? Da konnte er es aber auch schon riechen. Am Fuße des See´s lagen viele kleine Goldkörner, er brauchte seinen Rüssel nur in den See stecken und am Boden einsaugen, und schon war sein Rüssel ein "Rüssel aus dem Sack" geworden. Er pustete das Gold auf den Boden und diesen Vorgang wiederholte er mehrmals. Ochram, Sidharta und ihre Mutter freuten sich über einen so großen Fund; sie feierten und tanzten! Sie hatten für den Rest ihres Lebens ausgesorgt. Auch alte Besen kehren gut Es war einmal ein kleines schrumpeliges Männchen. Es war fast hundert Jahre alt, hatte einen weißen langen Bart und erstaunliche Kräfte. Eines Tages als es in seiner Hütte saß und nachdachte, klopfte es. Das Männchen öffnete die Tür, doch was sah es da? Ein altes schrumpeliges Weibchen mit einer langen Nase und weißem Haar. Es fragte das Männchen: “Kann ich bei dir einkehren?“ Das kleine schrumpelige Männchen schloss für einige Sekunden die Augen. Da sah es in sich ein gelbes Licht strahlen, öffnete die Augen wieder und bat das Weibchen in seine Behausung. „Erst musst du mir aber drei Aufgaben erfüllen“, meinte es nach einigem Nachdenken und holte einen Besen aus der Nebenkammer. „Hier, meine Gute. Du hast einen tag Zeit, mir damit meine Lebensfreude wieder zu wecken. “ „Nichts leichter als das“, meinte das Weibchen. „Als erstes kehren wir deine trüben Gedanken aus der Hütte. Zweitens könnten die Spinnweben dran glauben. Unterm Bett ist sicher auch was zu holen. Wasser zum Fenster putzen brauch ich auch, aber das könntest du inzwischen vom Loch im gefrorenen See holen. Also mach schon, mach schon“, sagte das Weiblein und rückte dem Weißbärtigen den Eimer in die Hand. „Und beeile dich!“ Sie fuchtelte mit dem Besen in der Luft herum und schlug dann den Alten leicht auf seinen knochigen Hintern. Der Hintern tänzelte hin und her und verschwand Richtung See. Ein gelber Schein folgte ihm. Lange wartete das alte Weibchen. Doch das Männchen kam nicht wieder. Vor lauter Aufregung war es in das Loch im See gefallen… Schließlich legte sich die Alte in das warme Bett und schlief auf der Stelle ein. Als sie in der Früh entdeckte, was dem Männchen passiert war, dachte sie bei sich: „Hole ich mir das Wasser eben selbst. “ Flugs räumte sie auf und machte es sich in dem Häuschen bis an ihr Lebensende gemütlich. |