Inspiriert von einem Bild


Allein
von Andrea

Allein
allein
allein gehen
warum?
von Punkt A nach B gehen
kriechen
holpern - stolpern
schleppen
nur nicht stehen bleiben
Stillstand = Rückschritt
warum aber immer allein?
rennen
flüchten
atemlos
die Zeit vergeht
die Zeit die Zeit
ich hetze
von einem Alten
ins nächste
das Baby
kriecht vor den Blicken
des Vaters davon
läuft zu ihm zurück
die Frau geht im Kreis
ihn suchen
taub blind
durchs Leben
ohne Sinne
die Greisin
dreht sich um
sucht die Spuren sieht die Spuren
und versteht
und lacht
lacht
lacht sich tot




Eine Frau
von Silvie

Die gütigen Augen, die faszinierende Ausstrahlung diese Frau zieht mich in den Bann. Ich denke, sie hat ihr Leben mit positiven Gedanken leichter bewältigt, als Menschen mit negativer Einstellung. Ihre hellen, klaren Augen strahlen Weisheit aus. Die nach oben gezogenen Mundwinkel verraten ihre positive Einstellung zum Leben. Ihre Frisur zeigt mir, dass sie auch heute noch mit der Zeit geht, aufgeschlossen für die Jugend ist und die Erfahrungen von ihrem Leben weiter gibt.




Spuren im Gesicht
Von Lisa Kutmon



Anders
anders als es ist
falsch
möchte man sagen

verlorene
verflogene Augen-Blicke
leer verbunden
der Balken gesunken

gebrochen und doch
erhaben
ist alles
in Teile ver-rückt

Flügel
der Freiheit
gefangen
am Stein

Tränen
wie Erinnerungen
Wege
benetzen




Frühlingsblüher mit Tulpen
Von Rudi Dichtl

Der Winter in meinem Beziehungsleben dürfte jetzt vorbei sein. Ein neuer Frühling (vielleicht wie ja manche schon wissen – mit Heidi L. -) könnte beginnen. Bekanntlich geben ja zwei Halbe wieder ein Ganzes. So lassen wir also die neue Sonne auf uns scheinen und die Keime und Blüten wieder sprießen. Es ist immer wieder aufs Neue interessant, wie zwei so unterschiedliche Charaktäre sich relativ friedlich vereinen können! Darum hoffen wir auch Beide, daß das weiterhin so bleiben kann und unser Verständnis für einander noch besser und intensiver wird.




Erkenntnisse
(zu einem Bild mit überwachsenen Geleisen)
Von Tina Bader

Manchmal dachte ich mir schon, jetzt wüsste ich, wo’s lang geht, wie der Hase läuft.
Meinte, den Stein der Weisen gefunden zu haben. Es schien plötzlich alles so leicht. Das Leben war so leicht, ich hätte die Welt umarmen können vor Glück.
Doch dann – fort war sie wieder die Erkenntnis, der Boden schien wie unter meinen Füßen weggezogen.
Ratlosigkeit, Verwirrung, Desorientierung.
Bis irgendwann, ganz unverhofft, wieder so ein Augenblick tiefer Einsicht hereinbricht.
Doch ständig gilt es, neue Steine aus dem Weg zu räumen, den Lebensstrang unter dem wuchernden Unkraut der Eitelkeiten, Sorgen und Belanglosigkeiten zu finden.

Es gibt Leute, die gehen ganz zielstrebig durchs Leben, entwerfen Pläne Jahre im Voraus – und halten diese sogar ein.
Ich bin nicht sicher, ob ich sie bewundern soll. Nein, eigentlich sind sie mir ziemlich unheimlich.




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