Kraftnews vom 04.04.2020

  • KRAFTNEWS-SPECIAL APRIL 2020
    www.kraftfuerleben.org
    mit den ersten Kraftnews-Leser-Beiträgen
    aus der "Bleib dahoam-"Zeit


     


    Wo

    sag mir wo die Blumen sind

    Wo

    Wo sind sie geblieben 

    Siehst du den feinen lichten Schein, der verstohlen in das Bild sich findet
     

    Siehst du die Blüte in silbrigem Glanz

    erhebt sich aus der Kraft der Sonne

    auch wenn die dann und wann ein wenig blutet

    so bleibt sie doch immer

    das pure Licht der Welt

    (im) Bild und Foto: Helmut Tartarotti   Text: Lisa Kutmon



    Beitrag Eins
     
    Maya Brig arbeitet Mitten in München in einem großen Hotel. Sie ist eines der ganz wenigen internationalen Mitglieder (aktuell 2) unseres Vereins und gibt uns einen Einblick in ihr Leben in den ersten Corona-Wochen! Sie war bei einer unserer Kfl-Frühlingsreisen dabei, damals in Südtirol in Dreikirchen. Ansonsten sehe ich sie gelegentlich  im Rahmen der Bodhiseminare oder auch bei ihren Besuchen bei mir! Wir haben sogar vor vielen Jahren ein gemeinsames Büchlein gemacht. Viel Freude mit ihrem interessanten, erstaunlichen und ermutigenden Erlebnisbericht:
    Meine Lungenentzündung vom Dezember 2019 bis Januar 2020 habe ich gut überstanden und mein Immunsystem ist soweit wieder stabil.
    Auch bin ich sehr froh und erleichtert, dass ich aktuell "noch" arbeiten kann und darf im Hotel.
    Es sind nur sehr wenige Businessgäste im Hotel anwesend, denn Tourismusgäste dürfen derzeit nicht übernachten - und es herrscht ja ebenfalls Reiseverbot.
    Natürlich wird auch sehr auf Hygiene und Abstand geachtet. Auch mussten unsere beiden integrierten Restaurants und Bars schließen.
    Momentan gibt es für die wenigen Gäste nur ein kleines Frühstück.
    Sowohl für die Gäste als auch für uns Mitarbeiter fühlten sich die veränderten Gegebenheiten sehr befremdlich an, da wir uns alle ja noch den neuen Umständen erst anpassen mussten.
     
    Natürlich ließ auch ich mich anfangs von der Coronapandemie-Hysterie anstecken und sorgenvolle Gedanken und Ängste plagten mich.
    Ich merkte schnell, dass mir dies aber nicht wohl tat und meine innere Stimme sagte mir: " Raus da und zwar sofort".
    Ich begann erst mal wieder tief ein- und auszuatmen, und mehr und mehr zu realisieren, wo denn die eigentliche "Bedrohung" war.
    Wo ich anfangs noch tagtäglich die Nachrichten im TV angeschaut hatte, beschränkte ich mich alsbald mit Nachrichten anschauen nur einmal pro Tag, um mich lediglich zu den neu beschlossenen Maßnahmen der Regierung zu informieren. Ansonsten gab es dann entweder Filme oder Sendungen, die NICHTS mit Corona zu tun hatten oder der TV blieb dann ganz aus.
    Auch erlebte ich beim Einkaufen in den Supermärkten einige Male das Gefühl von Frustration, so als wäre ich unerwünscht, als wäre ich ein Täter der anderen Menschen schaden könne.
    Im gleichen Atemzug aber keimte auch in mir Misstrauen gegen andere auf und das Bedürfnis mich schützen oder gar verteidigen zu müssen.
    Ich denke, so mag es wohl auch noch vielen anderen Menschen ergehen.
    Sehr schnell und leicht bugsiert man sich damit in die Opfer/Täter-Rolle.
    Ich habe es geschafft zu dieser ganzen Medienüberflutung etwas Abstand zu gewinnen und stattdessen wieder mit mehr Nähe zu mir selbst gefunden.
    Was mir dabei half, ist immer und immer wieder mich auf das Wesentliche in mir zu besinnen und ebenso immer wieder in mich hinein zu atmen.
     
    Jetzt gerade, genieße ich das wunderbar wärmende und erhellende Sonnenlicht, gehe einige Male in einen nahegelegenen Park, um frische Luft zu tanken.
    Doch vor allem aber genieße ich die Ruhe und Stille, MICH wieder besser wahrzunehmen und zu spüren. Das ist wertvolle und kostbare Zeit mit MIR selbst - und genau das zaubert mir wieder ein dankbares Lächeln in mein Gesicht, mein Körper entspannt sich dabei und erholt sich von der Panikreaktion.
    Dabei fühle ich vor allem auch, dass ich nicht ALLEIN bin oder viel mehr, ich spüre mehr die Verbundenheit mit allen.
    Ich habe diese Woche noch Urlaub und kann daher mehr Zeit mit mir selbst verbringen und vor allem aber auch GENAUER das ganze Geschehen betrachten und reflektieren.
     
    Die bisherigen Geschehnisse betrachtend, spüre ich in mir, dass es aktuell womöglich darum gehen mag als GEMEINSCHAFT weitere Entwicklungsschritte zu tun.
    Wir "Bodhianer" hatten dies ja schon reichlich bei den Bodhi-Trainings kennengelernt und erfahren.
    Denn Verbundenheit ist ja nicht abhängig von körperlichem Kontakt, obwohl auch dies ein wichtiger Teil unseres Lebens ist.
    Nun erfahren auch all die anderen Seelen dieser Erde ebenfalls, was ihnen Verbundenheit bedeuten mag.
    So als wenn die Kinder- und jungen Seelen in die nächste Schulklasse oder nächste Stufe wechseln würden.
     
    Es mag seltsam klingen, aber ich fühle wie unser aller Seelen sich umarmen und vor Freude tanzen.
                                                                  
    Wer Panik oder Angst verspüren mag dem empfehle ich: halte für wenige Minuten/Momente inne, atme sehr tief ein und aus - die Lage/Situation ändert sich nicht auf die eine Sekunde - doch wie man damit umgeht verändert sich und so ergeben sich neue Möglichkeiten beziehungsweise ist man in der Lage, diese zu erkennen und wahrzunehmen.
    Niemand ist wirklich allein - jedenfalls nicht unsere Seelen, das aber nehmen wir nur FÜHLEND wahr.
     
    In Liebe und Verbundenheit,
    Maya Brig



    Beitrag 2

    Irene Gartner, langjähre Mitarbeiterin
    , zuletzt und hoffentlich bald wieder Qi-Gong-Workshopleiterin im Verein KRAFT für LEBEN, und mir liebgewordene Seelenfreundin schickte mir wenige Stunden nach den letzten KRAFTNEWS folgendes Schreiben:


    "Da mir ja nun so viel Zeit wie noch nie zur Verfügung steht, und es immer schon ein Herzenswunsch von mir war, in irgendeiner Form was Längeres zu schreiben, hab ich damit begonnen...Dabei ist unwichtig, was daraus entsteht, wichtig ist, dass es im Moment eine wunderbare Beschäftigung für mich darstellt, mich und meine Gedanken und alles was mich ausmacht neu zu ordnen und in eine schöne Form zu bringen.

    Dieses "was da entsteht" trägt vorerst den Titel: "NEU LEBEN LERNEN" (Thema ist natürlich die aktuelle Entwicklung der Erde, es geht um eine mögliche Form des NEU LEBENS,  NEU SEINS und einer BEWUSSTSEINSENTWICKLUNG zu der wir uns alle selbst entscheiden können, wenn wir wollen. Ein gesunder Mix meiner Ansicht zu dem Ganzen, aus Gehörtem, Gesagtem, Gelesenem, Gelerntem und Gefühltem in großem Vertrauen und Vorfreude auf was Besseres...zwischendurch ein paar fiktive Nahaufnahmen: ein Junge in China, eine Familie in Südtirol, Giorgio in Venedig und viele weitere).

    Zwei Auszüge aus diesem "Längeren" möchte ich euch nun hier lesen lassen. Mögen sie euch inspirieren! Rückmeldungen gerne an mich unter der Mailadresse: 
    Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
    Eure Irene

     
    NEU LEBEN LERNEN
    Irene Gartner
     
     
    Nun ist es an uns, der Erde zu folgen, in unserem Tempo. Einige von uns sind bereits angekommen oder fast am Ziel, andere machen sich gerade auf den Weg und wieder andere entscheiden sich bewusst oder unbewusst nicht mitzukommen
    Giorgio sitzt auf seinem kleinen Balkon, dessen Geländer den grünen Anstrich nur mehr erahnen lässt, während ihm seine Frau einen Espresso serviert. Die zarte Espressotasse in seiner kräftigen Hand haltend, beugt sich Giorgio beiläufig über das Balkongeländer und blickt hinunter. Seine Blicke streifen seine Gondel, die während der Zeit, die der Gondoliere nun schon zu Hause ist, befestigt bleibt. Und da: ein kleiner Schatten, zwei – was schillert dort im Wasser? Da Giorgio seinen Augen nicht traut und zunächst das Glitzern auf und unter der Wasseroberfläche im Lichtspiel der Sonne begründet, ruft er seine Frau, um sich Sicherheit zu verschaffen. Anfängliche Fassungslosigkeit macht kindlicher Freude Platz, als sich die beiden sicher sind: Es schwimmen Fische in den Kanälen der Lagunenstadt.
     
    DAS IRGENDWIE ANDERS, DAS NICHTSTUN & ICH
    Weder Urlaub, noch Wochenende, noch Feiertag! – Und doch bin ich zu Hause und habe plötzlich Zeit! – Ich lege erstmal kurz mein Handy weg. Stündlich erreichen mich Sarkasmen zur Situation, neue Statistiken, You Tube Videos echter und selbst ernannter Spezialisten,  verschwommene Bilder von Naturmotiven mit Sprüchen zum wahren Glück, Weisheiten und klugen Zitaten, Muntermacher wie wohnzimmertaugliche Sportübungen und Yoga Sessions, dann wieder eine SMS einer Freundin voller Zuspruch – eine Whats App einer Kollegin – voller Sorge.
    Ich schaue aus dem Fenster. Alles scheint wie sonst auch und doch ist alles anders. Da ich es satt habe zu putzen, die Wäsche bereits hängt und ich keine Lust habe, meinen Roman weiterzulesen, entscheide ich mich für einen weiteren Weg, das Nichtstun zu vermeiden, nämlich joggen zu gehen: nur eine kleine Runde – innerhalb der Gemeinde, nicht weiter. Ich überlege mir sogar, die Runde zwei oder dreimal zu laufen, ich fühle mich fit, das Wetter zeigt sich von seiner schönsten Seite, der Himmel protzt mit seiner Wolkenlosigkeit, als würde er heute nur speziell den Tieren und Pflanzen gehören. Die Welt scheint zur Zeit überhaupt nur ihnen zu gehören: den Bergen, den Wäldern, den Wiesen und Feldern, den Weltmeeren und all den Tieren die diese Landschaften bewohnen – nur eben nicht uns.
    Spielen wir Menschen doch eigentlich immer die erste Geige auf diesem Planeten, so grenzt uns die Erde in der derzeitigen Situation regelrecht aus. Dieses allgegenwärtige Gefühl der Ausgegrenztheit, des Andersartigen liegt wohl auch an der Tatsache, dass alle Autos vor den Häusern geparkt bleiben und dass mir heute nur vereinzelt ein Hundebesitzer, dann und wann ein anderer Jogger oder ein spazierendes Paar entgegenkommen.
    Ein unbeschreibliches, unfassbares, aber doch intensiv fühlbares und allseits präsentes Wissen umgibt mich wie eine Wolke, eine fremde Energie, eine eigenartige Schwingung. Immer wenn ich das Haus einmal pro Tag verlasse, falle ich durch eine Luke – ein bisschen wie bei Alice im Wunderland – in eine andere Welt, rein äußerlich dieselbe und doch so fremdartig: so still, verlangsamt, entschleunigt, wenig ist wichtig und das sollen wir wohl spüren. Ich laufe, sammle Gedanken, befreie mich wieder von ihnen und laufe weiter.
    Alle Arzttermine, sozialen Events, Treffen mit Freunden und sportliche  Programmpunkte sind abgesagt , mein Kalender spuckt mir seine leeren Seiten entgegen. Bin ich erst einmal allen Tätigkeiten, für die normalerweise keine Zeit bleibt, nachgegangen (Putzen, Dinge neu organisieren, Kleider aussortieren, Ordnung im Keller und auf dem Balkon) dann kann ich es mir wohl erlauben, Zeit für mich zu haben. Der Begriff Zeit verliert an Bedeutung, weil mir plötzlich so viel davon zur Verfügung steht. Ich habe Zeit für Dinge die mir Spaß bereiten: ein gutes Buch, Yoga, gut und ausgiebig kochen… Mir ist bewusst, dass diese Dinge durchaus zu meiner Erholung und meinem Wohlergehen beitragen und ich eigentlich ganz glücklich bin, andererseits stelle ich auch fest, dass ich immer noch im TUN bin.
    Und plötzlich erreicht er mich: Der Moment, in dem mir das Nichtstun entgegenlächelt und ich mich entscheide, einmal wirklich NICHTS ZU TUN. Ich mache mich also auf die Suche nach MIR und meinem Ort des inneren Glücks. Bewusst sitzen, beobachten, spüren und einfach nur DA SEIN – es gibt nichts zu tun, nichts ist wichtig. Qi Gong, Yoga, Meditation, angeleitete Phantasiereisen und bestimmte Atemtechniken mögen durchaus ihre unterstützende Funktion haben, und doch bleiben wir -  wenn auch minimalst  - im TUN verhaftet. Um einfach nur an meinem inneren Ort des Glück zu SEIN, die Kraft der Gegenwart zu genießen, meinen Herzschlag zu spüren und meinen Atmen zu beobachten, muss ich rein gar nichts tun. Gerade in dieser jetzigen Zeit, in der alles irgendwie anders und spannend ist, empfinde ich es als wunderschön und heilsam, mich jederzeit und so oft ich will für solche Momente des Innehaltens zu entscheiden, mich zu entscheiden, glücklich zu sein.


     

    "Beobachte, lass' los und sei einfach glücklich!"

     


    BEITRAG DREI

    Martin Gartner, KfL-Vorstandsmitglied, Psychologe und Psychotherapeut,
    ist mir auch lieber und unterstützender Freund geworden! So freue ich mich sehr über seinen Beitrag, der Leichtigkeit und die Schlichtheit eines stillen Moments ausstrahlt.  Anlässlich meiner Einladung in den letzten Kraftnews kamen die Worte ganz spontan auf sein Papier, auf der Terrasse sitzend, ein Gläschen in der Hand, seinen unfreiwilligen Rückzug genießend. Möget auch ihr die aktuelle Notwendigkeit zur Tugend machen und auch den einen oder anderen Gewinn für euch darin finden!

    ZWEI BÄUME.....

    Wenn ich im Garten  sitze mit der Pfeife
    und in Gedanken in die Nähe schweife
    dann kommt mir wieder in den Sinn
    dass ich im Grunde doch recht glücklich bin.
    Bei Kerzenlicht und einem Gläschen Wein
    genieße ich des Vollmonds Schein.....
    Zwei Bäume bewegen sich vor mir im Winde
    als sprächen sie zu meinem innr´en Kinde:
     
    "Mach Dir doch keine Sorgen -
    hab nur Vertrauen auf das Morgen!
    Du bist geliebt so wie du bist!
    So gebe Gott, dass du dies nie vergisst!
    Lass diese Liebe in Dein Herz ergießen
    sodass dich nichts vermag verdrießen.
    Vergiss niemals, was wir dir sagen
    in all den künft´gen Lebenslagen!"

     
    Nachdem ich dankbar dies vernommen
    sind alte Zweifel schnell zerronnen.
    Ich nehm´s mir vor daran zu denken
    und vertrau´ der innr´en Weisheit mich zu lenken.
     
     




    Corona und die damit verbundenen Herausforderungen bringen immer wieder Menschen an Grenzen! 
    Sollte dir die Decke auf den Kopf fallen, oder hast du ein großes Bedürfnis nach einem Gespräch  – dann melde dich sehr gerne. 

    Karin  – Begleiterin Montags-Café: 0660 388 1233
    Angelika – Begleiterin Montags-Café: 0660 603 2970 
    Irene – Treue KfL-Mitgestalterin,  Qi Gong Workshop: 0650  2324 531
    Patrickunser Lebens- und Sozialberatungs-Praktikant: 0650 933 9131